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Diskriminierung in der Psychotherapie
- ein Tabu an sich?
Artikel von

Eva Wittkuhn
Politisch motivierte Straftaten und Hasskriminalität steigen seit Jahren. Gleichzeitig erleben viele Menschen zunehmend Diskriminierung. Diese zeigt sich nicht nur in offenem Verhalten, sondern oft auch in subtilen Formen. Nicht selten sind diese so schwer erkennbar, dass sich selbst die diskriminierenden Personen ihres Handelns nicht bewusst sind.
Laut einer Befragung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus 2026 berichten 20,3 % der Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, diese im Gesundheitswesen zu erleben. Dabei geht es sowohl um Rassismus, Benachteiligung auf Grund einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit als auch um Benachteiligung auf Grund der Geschlechtsidentität (Bartsch et al. 2026). Das bedeutet, dieses Thema zeigt sich auch bei den Menschen, die uns in unseren Praxen begegnen.
Ich glaube, dass gerade Hypnotherapeut*innen dafür prädestiniert sind, sich mit den Feinheiten von diskriminierender Sprache auseinanderzusetzen.
Wer, wenn nicht wir, sollte sensibel sein für die subtilen Suggestionen, die in jeder Kommunikation mitschwingen? Wer, wenn nicht wir, sollte in der Lage sein, unsere Positionen und Rollen zu reflektieren, um zum Wohle unserer Klient*innen zu arbeiten?
Wir wissen aus dem Vulnerabilitäts-Stress-Model, dass Menschen, die Diskriminierung erfahren, höheren chronischen Stress erleben, was wiederum die mentale Gesundheit negativ beeinflusst (Schütterer & Slotta, 2023).

Foto von Beck Luo
Deshalb ist es wichtig, dass der therapeutische Raum ein diskriminierungsfreier Ort ist.
Im Zentrum stehen hierbei die Fragen von diskriminierungssensibler und empowernder Kommunikation.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Frage ist also: Wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
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Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Was nun?
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Die Lage unserer Klient*innen: Intersektionale Zusammenhänge der Realität
Das Individuum ist von seiner Umwelt und den darin herrschenden sozialen Machtgefällen beeinflusst. Für Menschen, die Diskriminierung ausgesetzt sind, wären das intersektional betrachtet zum Beispiel Machtstrukturen wie Ableismus, Klassismus, Rassismus, Sexismus, Lookismus, Ageism etc. (Faissner et al. 2024). Die verschiedenen Arten von Machtausübung sind miteinander verzahnt und gestalten so die Lebensrealität der Klient*innen mit - oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Leider ist das Thema weitaus brisanter als es auf den ersten Blick scheint. Ich höre immer wieder von Klient*innen, dass ihre Religion in einem anderen therapeutischen Raum abgewertet oder beschimpft wurde (z.B.: der Islam als Wurzel aller Kriege), dass Therapieanfragen auf Grund ihrer Transidentität abgelehnt wurden oder dass Rassismuserfahrungen von der Therapeut*in relativiert wurden (z.B. per Nachfrage, ob die vergeblichen Bewerbungsprozesse wirklich auf Rassismus zurückzuführen seien).
Das scheinen keine Ausnahmefälle zu sein: Laut Afrozensus berichteten 62% der Befragten (N = 819), dass ihre Rassismuserfahrungen in der Psychotherapie in Frage gestellt wurden (Aikins et al. 2021). Es wird klar, dass es nicht nur darum geht, unsere Klient*innen in den intersektionalen Zusammenhängen zu sehen, in denen sie leben, sondern auch darum, uns selbst zu reflektieren.
Die eigene Position in der Macht-Ungleichheit oder von wem kommt hier der Unterschied?
Die Frage ist also: wer bringt sich mit welchem Hintergrund wie bestimmend und selbstverständlich in die Therapie ein?
Zuletzt hat Sangita Popat es in ihrem Interview zu Rassismus in der Psychotherapie differenziert: „grober Rassismus“ sei wahrscheinlich weniger in der therapeutischen Praxis zu beobachten als das Subtile, das sich in der "Feinheit der Kommunikation zeigt“.
Die Basis von Diskriminierung ist die Kategorisierung, die Unterschiedsbildung, die Hierarchiebildung in Kommunikation und Beziehung. West und Fenstermaker (1995) nennen es „doing-difference“ in Anlehnung an „doing-gender“ (West und Zimmermann, 1987).
Wir konstruieren die Unterschiede, ob bewusst oder unbewusst.
Was passiert aber, wenn wir als Therapeut*innen behandelnd aus eigenem Hintergrund eingreifen? Wir in unserer Rolle als Therapeut*in einen unreflektierten Unterschied setzen? Wie wird eine unreflektierte Aussage durch unsere Machtposition im Raum zum Nährboden von Diskriminierung, was insbesondere bei Menschen schädlich ist, die ohnehin regelmäßig (Mehrfach)-Diskriminierung erleben?
Was passiert, ist die subtile Stärkung einer ohnehin schon vorhandenen Machtposition.
Zentraler Punkt ist das Einführen einer sozialen Hierarchie durch Markierung eines wahrgenommenen Unterschieds. Die eigene Position bleibt frei von Bewertung und wird so gestärkt, während die Position der anderen Person durch die Unterscheidung abgewertet wird (Lerch, 2019). Wenn das geschieht, wird der therapeutische Raum unversehens nicht nur zu einem diskriminierungsunsensiblen Raum, sondern sogar zu einem Raum, in dem die Klient*innen Diskriminierung zusätzlich erleben.
Was nun?
Gerade Hypnotherapeut*innen kennen sich mit Suggestionen aus, wissen um den Effekt von subtilen kommunikativen Techniken.
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Wer, wenn nicht wir, sind vorbestimmt sich mit der eigenen Machtposition im Raum und unseren Privilegien in der eigenen Rolle im therapeutischen Setting auseinanderzusetzen?
Dafür braucht es meiner Meinung nach drei Dinge:
- Eine anerkennende und wertschätzende Öffnung für die Lebensrealität anderer Menschen, so dass der Fokus auf dem Ineinandergreifen verschiedener Vorstellungen liegt, statt auf ihrer Gegenüberstellung – analog dem integrativen Modell des Kulturteppichs aus der Interkulturellen Therapie. (Der Kulturteppich beschreibt die Idee, dass ein Mensch immer in einem Geflecht aus kulturellen Einflüssen „eingewoben“ ist – also wie in einem Teppich aus vielen Fäden: Familie, Herkunft, Sprache, Religion etc.)
- Die Reflexion der eigenen Position und Privilegien, um anders in Kommunikation zu treten und eigene Denkmuster zu überarbeiten (welche Privilegien habe ich auf Grund meiner Nationalität, meiner Position in der Gesellschaft, meiner Bildung, meiner Sprache, meines Alters, Genders etc.)
- Ein Vorgehen, das es erlaubt, das Wissen, die Ideen und die Entwicklung des Gegenübers ganz in den Fokus zu setzen: Ein konstruktivistisches Vorgehen, das die systemischen Verbindungen auf allen Ebenen betrachtet und befähigt statt Lösungen anzubieten (wie zum Beispiel im Bonner Ressourcen Modell).
Es wird klar, dass die Auseinandersetzung mit verschiedenen intersektionalen Lebensrealitäten und die Reflexion der eigenen Position auch in der Fortbildung aufgegriffen werden sollte, um unintendierte Reproduktion von Diskriminierung zu vermeiden. Besonders Curricula wie die Hypnosystemische Kommunikation nach Milton Erickson (KomHyp) sind wie dafür gemacht, sich weitreichender mit dem Effekt der eigenen Kommunikation auseinanderzusetzen.
Leider gibt es aktuell wenig weitere Lehrangebote. Weiterbildungsinstitute, Fachtage und Konferenzen zum Thema Diskriminierung in der (therapeutischen) Kommunikation werden weniger gebucht als andere.
Deshalb möchte ich dafür werben, einen Anfang zu setzen - wir müssen als Fachgruppe mehr tun!
Vielleicht haben Sie ja genauso viel Lust wie ich, sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen, um die eigene Arbeit als Hypno- und Psychotherapeut*in unter dem Blickwinkel Diskriminierung zu reflektieren. Es würde mich freuen!

Foto von Chaman Kumar
Notiz der Autorin:
Meine Motivation, diesen Artikel zu schreiben, entstand bei der Suche nach Fort- und Weiterbildungsangeboten zu diesem Thema. Da ich kaum passende Angebote fand, habe ich mich entschieden, Fachpersonen in die Bonner Regionalstelle der M.E.G. (AML Institute) einzuladen, um dort Seminare anzubieten und einen Raum für fachlichen Austausch und gemeinsames Lernen zu schaffen.
Sangita Popat und Christina Schütteler werden hierzu entsprechende Seminare bei uns durchführen.
Diesen Artikel verstehe ich als einen ersten Beitrag und zugleich als Platzhalter bis sich in der M.E.G. mehr Menschen aus den betroffenen Communities selbstbestimmt mit ihren Perspektiven und Erfahrungen einbringen möchten und hierfür auch aktiv eingeladen werden. Denn die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und Diskriminierungssensibilität sollte möglichst von den Stimmen derjenigen geprägt werden, die selbst Diskriminierung erfahren.
Literatur:
Aikins, M. A., Bremberger, T., Aikins, J. K., Gyamerah, D., & Yıldırım-Caliman, D. (2021). Perspektiven, Anti-Schwarze Rassismuserfahrungen und Engagement Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland: Afrozensus 2020. https://afrozensus.de/
Bartsch, S., & Meksem, M. (2026). Wie Deutschland Diskriminierung erlebt: Sonderauswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Antidiskriminierungsstelle des Bundes. https://www.antidiskriminierungsstelle.de/
Faissner, M., Gaillard, A. S., Juckel, G., Yeboah, A., & Gather, J. (2024). Intersectionality and discriminatory practices within mental health care. Philosophy, Ethics, and Humanities in Medicine, 19(1), 9. https://doi.org/10.1186/s13010-024-00159-7
Haipt, A. (2025). Menschlichkeit fördern: Vorurteile und Rassismus im therapeutischen Kontext. Dr. Alina Haipt im Gespräch mit Sangita Popat. [Video] MEGaphon. https://megaphon.meg-hypnose.de/
Lerch, L. (2019). Psychotherapie im Kontext von Differenz,(Macht-) Ungleichheit und globaler Verantwortung. In Psychotherapie Forum (Vol. 23, No. 1-2, pp. 51-58). Vienna: Springer Vienna.
Schütteler, C., & Slotta, T. (2023). Wie wir Diskriminierung in der Psychotherapie replizieren. In C. Schütteler & T. Slotta (Hrsg.), Diskriminierungssensible Psychotherapie und Beratung(Psychotherapie: Praxis). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-67012-5_6
West, C., & Fenstermaker, S. (1995). Doing Difference. Gender and Society, 9(1), 8–37. https://doi.org/10.1177/089124395009001002
West, C., & Zimmerman, D. (1987). Doing Gender. Gender and Society, 1(2), 125–151. https://doi.org/10.1177/0891243287001002002
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